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Internationales Studium

In kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich ist Internationalität so selbstverständlich wie in der Wissenschaft. Auch wenn moderne Kommunikationstechnologien den weltweiten Austausch von Wissen und Ideen enorm erleichtern, so kann nur die grenzüberschreitende Mobilität der Studierenden eine studienbezogene Auslandserfahrung vermitteln.

Die Umstellung auf international vergleichbare Studienstrukturen mit Bachelor- und Masterabschlüssen im Rahmen des Bologna-Prozesses hat die Schaffung eines europäischen Hochschulraums und die Internationalisierung der deutschen Hochschulen zum Ziel und wird die Mobilität der Studierenden in Europa erleichtern.

Wer schon immer davon geträumt hat, einen Teil seines Studiums im Ausland zu verbringen, hat angesichts der Vielzahl der inzwischen etablierten Hochschulkooperationen die Qual der Wahl. Eine kaum zu überblickende Vielfalt von Studienprogrammen macht eine ausführliche Auseinandersetzung mit den jeweiligen Voraussetzungen, den organisatorischen Rahmenbedingungen, aber auch mit Förderprogrammen und Fragen der Studienfinanzierung sowie der sozialen Absicherung notwendig. Hier den Überblick zu behalten fällt nicht immer leicht. Doch der Aufwand lohnt sich. Neben der fachlichen Qualifizierung hat man Gelegenheit, eine interkulturelle Kompetenz zu erwerben, die insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmenden Europäisierung des Arbeitsmarktes an Bedeutung gewinnt.

Gute Gründe

Internationale Mobilität wird nicht erst im Berufsalltag ein Thema. Schon bei der Planung Ihres Studiums sollten Sie auf jeden Fall überlegen, ob Sie nicht während der Studienzeit Auslandserfahrungen sammeln möchten. Ob Auslandssemester, Praktikum, Sprach- und Fachkurs oder Recherchearbeit: In vielerlei Hinsicht können studienbezogene Auslandsaufenthalte Ihre fachlichen Qualifikationen steigern, Ihre persönliche Entwicklung fördern und den Erfahrungshorizont erweitern. Im Jahr 2007 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 90.300 deutsche Studierende an ausländischen Hochschulen eingeschrieben. Das sind 9% mehr als im Vorjahr. Die beliebtesten Zielländer 2007 waren die Niederlande, Österreich, Großbritannien, die Schweiz, die Vereinigten Staaten und Frankreich. Diese sechs Länder nahmen zusammen etwa drei Viertel der Auslandsstudierenden auf.

Für das Studium einer Fremdsprache waren Studiensemester im Ausland immer schon unerlässlich. In Zeiten der Europäischen Integration und der zunehmenden Globalisierung von Wirtschaft und Technik werden Auslandserfahrungen auch in anderen Studiengängen, wie z.B. im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften, immer wichtiger.

Wichtig für den Erfolg eines studienbezogenen Auslandsaufenthaltes ist, dass Sie sich frühzeitig informieren und Ihre "Reise" gut planen.

Der richtige Zeitpunkt

Ein guter Zeitpunkt, die Heimathochschule für ein oder zwei Semester zu verlassen, ist gegeben, wenn Sie genügend Hochschulerfahrung gesammelt haben, um die Vor- und Nachteile verschiedener Studienangebote und Hochschulen einschätzen zu können. Bei Bachelorstudiengängen kann dies nach dem ersten oder zweiten Studienjahr sein. Bei einem Fremdsprachenstudium bieten Auslandsaufenthalte in den ersten Semestern einen intensiven Einstieg und vermitteln einen tieferen Einblick in die landesspezifischen sprachlichen und kulturellen Besonderheiten.

Auch zu einem späteren Zeitpunkt sind Studiensemester im Ausland sinnvoll, insbesondere wenn Sie in größeren Studien- oder Examensarbeiten Themen behandeln, die Kontakte mit entsprechenden ausländischen Hochschulen nahelegen.

Die Aufnahme eines Auslandsstudiums gleich nach dem Abitur ist eventuell eine Möglichkeit, die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll zu überbrücken. Allerdings ist hier wichtig zu klären, inwieweit die an der ausländischen Hochschule erbrachten Studienleistungen anerkannt werden und ob das angestrebte Studienfach in Deutschland nicht auch in höheren Semestern zulassungsbeschränkt ist, da sonst ein Wechsel zurück an eine deutsche Hochschule nicht immer problemlos möglich sein wird.

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