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Im Jahr elf nach Bologna - auf der Zielgeraden
Die Europa-Flagge weht vor einem ehrwürdigen Gebäude.
Foto: Sonja Trabandt

2010 ist das elfte Jahr der Bologna-Umstellung, die 1999 begonnen wurde. Eines der festgesetzten Ziele war, die traditionellen Studiengänge mit Abschlüssen wie Diplom, Magister und Staatsexamen bis zum Jahr 2010 auf die international bekannten und besser vergleichbaren Studienabschlüsse Bachelor und Master umzustellen. Inzwischen sind 80 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen Bachelor- oder Masterstudiengänge – das sind über 11.500 Studiengänge. Die verbleibenden 20 Prozent sind überwiegend Staatsexamens-Studiengänge. Eine Bestandsaufnahme.

„Die Bologna-Reform ist die umfangreichste und tiefgreifendste Studienreform der letzten Jahrzehnte“, wie Dr. Peter A. Zervakis, Leiter des früheren Bologna-Zentrums der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und jetzt Leiter des dort angesiedelten Projektes ‚nexus’ betont. Ging es in den ersten Jahren darum, die strukturellen Grundlagen der Reform umzusetzen, so stehen die Hochschulen nun vor der Aufgabe, die Studienreform inhaltlich weiterzuentwickeln. Hierbei soll ‚nexus’ konzeptionelle Anregungen liefern, gute Beispiele sammeln, aufbereiten und publik machen. Grundsätzlich gelten natürlich auch im Jahr 2010 nach wie vor die Ziele von Bologna: Bachelor und Master ermöglichen durch die klar gestufte Abschluss-Struktur und das einheitliche Kreditpunkte System ECTS, das die Arbeitslast der Studierenden mithilfe von Credit Points (CP) misst, eine bessere nationale wie internationale Vergleichbarkeit und sollen die Mobilität der Studierenden sowie die Beschäftigungsfähigkeit („Employability“) der Absolventinnen und Absolventen fördern.

Überall jedoch hat sich das System bislang nicht vollständig durchgesetzt. Das Staatsexamen gibt es nach wie vor in den Bereichen Human-, Zahn- und Tiermedizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie, Rechtswissenschaften sowie in einigen Bundesländern im Lehramt. Die Länder weisen hierbei unter anderem auf die besondere Verantwortung des Staates hin, wenn mit dem Studienabschluss zugleich die Zulassung zu einem der regulierten Berufe oder einem staatlich finanzierten Vorbereitungsdienst verbunden ist.


Lehramtsstudiengänge: Veränderungen unübersehbar

Einiges in Bewegung gekommen ist in den letzten Jahren beim Lehramt. Allerdings muss von Bundesland zu Bundesland unterschieden werden. Dr. Birger Hendriks, Bologna-Beauftragter der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK), erklärt, warum das so ist: „Die föderalistische Struktur Deutschlands führt zu einer teilweise uneinheitlichen Lage, was die Lehramtsstudiengänge angeht.“

Allerdings gebe es ja nicht ‚das Lehramt‘ – hier muss differenziert werden: „In den meisten Fällen ist nach meiner Kenntnis beispielsweise die Gymnasialausbildung in der Umstellung begriffen – weil hier viele Module des Lehramtsstudiums in das Vollstudium des jeweiligen Fachs eingegliedert sind“, erläutert er. Werde also etwa das Studienfach Biologie auf Bachelor und Master umgestellt, ändere sich häufig parallel auch die Struktur des entsprechenden gymnasialen Lehramtsstudiengangs. Im Bereich der Sekundarstufe I und an den Pädagogischen Hochschulen hingegen sei die Lage noch etwas unübersichtlich. Gleiches gilt für das Thema Abschlüsse: „Teilweise verzichten die Länder jedoch bereits auf das erste Staatsexamen und bestehen lediglich darauf, dass nach dem Referendariat dann das ‚zweite‘ absolviert wird“, sagt Dr. Hendriks. Insgesamt werde die KMK sich mit dem Umstellungsprozess in absehbarer Zeit erneut befassen.

Der aktuelle Stand der Umstellung gestaltet sich wie folgt: In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das Lehramtsstudium bereits vollständig auf Bachelor und Master umgestellt. Die Zugangsvoraussetzung zum Vorbereitungsdienst ist der Master of Education. Nordrhein-Westfalen ist auf dem Weg zu einer flächendeckenden Umstellung. Ab dem Wintersemester 2011/12 werden die Universitäten dort nur noch Bachelor- und Masterstudiengänge in der Lehrerausbildung anbieten. Die Entscheidung für das Lehramt findet dann erst mit Antritt des Masterstudiums statt. Voraussetzung dafür: Es muss ein Zwei-Fach-Bachelor absolviert worden sein mit einer Kombination, die an den Schulen unterrichtet wird. Auch Sachsen hat die vollständige Umstellung bereits eingeleitet.

In anderen Bundesländern, etwa in Bayern, gibt es erste Modellversuche. So erlangen an der Universität Bayreuth angehende Gymnasiallehrer in fünf naturwissenschaftlichen Fächerkombinationen, unter anderem Mathe/Physik, seit dem Wintersemester 2006/07 zuerst den akademischen Grad Bachelor of Science und können dann den Master of Education anschließen. Nach Abschluss der Masterarbeit können sie das erste Staatsexamen ablegen und ins Referendariat starten. Darüber hinaus wurden alle Lehramtsstudiengänge in Bayern modularisiert und weisen jetzt ein Leistungspunktesystem auf. Eine Umstellung auf die Abschlüsse Bachelor und Master ist jedoch derzeit nicht geplant. „Das Staatsexamen bleibt als Voraussetzung für die Lehramtstätigkeit an den Schulen erhalten. Ein Ersatz durch die neuen Abschlüsse erfolgt nicht“, so Susanne Raab, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. „Nur in den Lehramtsstudiengängen, die auf die Tätigkeit an berufsbildenden Schulen vorbereiten, eröffnen neben dem Staatsexamen bereits auch Bachelor- und Masterabschlüsse den direkten Zugang zum Lehramt.“

Eine weitgehende Modularisierung unter Beibehaltung des Staatsexamens als Abschluss wurde auch in Baden-Württemberg und Hessen durchgeführt.

Rechtswissenschaften und Theologie: Bachelor noch selten

Im Fall Jura soll bis 2011 ein Koordinierungsausschuss anhand unterschiedlicher Modelle Möglichkeiten und Konsequenzen einer Bachelor-Master-Struktur prüfen und die Erkenntnisse an die Justizministerkonferenz berichten, die erst dann über eine eventuelle Umstellung entscheiden möchte.

Dabei geht es allerdings um die volljuristische Ausbildung, die für eine Tätigkeit als Anwalt, Richter, Staatsanwalt oder Notar qualifiziert, was bislang das Staatsexamen voraussetzt. Parallel dazu existieren bereits heute rechtswissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland, die auf andere juristische Tätigkeiten abzielen. Dr. Birger Hendriks ist davon überzeugt, dass die Umstellung früher oder später vollständig erfolgen wird – schon aufgrund der europäischen Gesamtsituation: „Nach aktuellen Berichten gehört Deutschland zu einer Minderheit von sechs Ländern, die die Jura-Studiengänge noch nicht umgestellt haben – sechs von insgesamt 46 Bologna-Staaten.“

Auch bei kirchlichen Abschlüssen sind Bachelor und Master noch selten. Für die Berufe Pfarrer und Priester etwa ist ein Studium der Evangelischen oder Katholischen Theologie mit Abschluss Erste Theologische Prüfung oder Magister Theologiae Voraussetzung. Auch dieses Studium ist zwar inzwischen modularisiert, jedoch nicht auf Bachelor und Master umgestellt.

 

Medizin: Staatsexamen bleibt vorerst bestehen

Konkrete Pläne für eine Umstellung der Medizinstudiengänge auf Bachelor und Master gibt es derzeit noch nicht: Der Abschluss mit Staatsprüfung als Grundlage für den Arztberuf ist nach wie vor unangetastet.

Dr. Birger Hendriks geht auch nicht davon aus, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird: „Die Position des Medizinischen Fakultätentages beispielsweise ist eindeutig ablehnend, hier wird sehr beharrlich an den bisherigen Strukturen festgehalten.“ Das hänge stark mit den Vorstellungen vom Berufsbild des Arztes zusammen: Die hohe Verantwortung und das geforderte umfassende Fachwissen legen eine fundierte, qualitativ herausragende Ausbildung samt anspruchsvollem Prüfungssystem nahe. Daran müsse nach Ansicht des Bologna-Beauftragten auch nicht unbedingt gerüttelt werden: „Natürlich kann ich nach einem dreijährigen Bachelorstudiengang nicht als Chefarzt arbeiten – dafür kann getrost der Master verbunden mit einem Staatsexamen Voraussetzung bleiben. Parallel aber müssen wir über neue Tätigkeitsbilder nachdenken, über Teilfunktionen, für die auch ein medizinisches Bachelorstudium bereits qualifizieren kann – hier ist mehr Flexibilität gefragt.“

Ein erster Schritt ist an der European Medical School Oldenburg-Groningen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Vorbereitung: Dort sollen im Jahr 2011 erstmals in Deutschland Ärzte auf Grundlage der Bachelor- und Master-Abschlüsse ausgebildet werden. Allerdings werden sie ihren Bachelor und Master im niederländischen Groningen machen – und in Oldenburg erwerben sie das Staatsexamen.

Informationen zu Bachelor und Master

Studierende lauschen der Vorlesung in einem Hörsaal der Uni Heidelberg.
Foto: Alex Becker

Das grundständige Bachelorstudium dauert sechs bis acht Semester. Es eröffnet verschiedene Perspektiven: Mit dem erfolgreichen Studienabschluss ist ein Berufseinstieg möglich. Durch ein anschließendes Masterstudium können zudem entweder fachliche Inhalte vertieft oder auch neue Felder erschlossen werden; auf jeden Fall wird ein weiterer berufsqualifizierender Hochschulabschluss erworben. Dies gilt für Universitäten, Fachhochschulen und andere Hochschulen gleichermaßen. Wer (an einer Universität) promovieren möchte, benötigt einen Masterabschluss.

Strukturiert werden Bachelor- und Masterstudium durch sogenannte ‚Module‘. Neben Pflichtmodulen, die im jeweiligen Studiengang für alle Studierenden verbindlich festgelegt sind, gehören auch Wahlmodule sowie die Vermittlung allgemeiner berufsqualifizierender Kompetenzen (auch Soft Skills oder Schlüsselqualifikationen genannt) zu einem Studium. Lernziele werden erreicht, indem in einem Modul eine oder mehrere Lehrveranstaltung/en belegt werden, also Vorlesungen, Übungen, Seminare oder auch Praktika. Zu jedem Modul findet eine Prüfung statt, beispielsweise in Form einer Klausur. Hierfür erhält man Credit Points (CP), in der Regel 30 pro Semester. Am Ende des Bachelorstudiums sollen 180 CP (bei sechs Semestern) zusammengekommen sein.

Neben den Ein-Fach-Bachelorstudiengängen gibt es auch solche, die als Zwei-Fach-Bachelor oder Kombinations-Bachelor angelegt sind. Hierbei können entweder zwei Kernfächer mit der gleichen Anzahl an Leistungspunkten kombiniert werden oder ein Haupt- und ein oder zwei Nebenfächer mit unterschiedlichem CP-Umfang. Bei den Kombinationsmöglichkeiten der Fächer sind oft Vorgaben zu beachten. Wenn Sie zwei Kernfächer studieren, können Sie die Bachelorarbeit im Fach Ihrer Wahl anfertigen. Ansonsten ist die Abschlussarbeit im Hauptfach zu schreiben.

Das Masterstudium setzt für die Aufnahme einen abgeschlossenen grundständigen Studiengang (Regelfall: Bachelor) voraus. Es erstreckt sich über zwei bis vier Semester (die Summe der Fachsemester im gestuften Studiengangsystem beträgt im Regelfall zehn) und vertieft das im grundständigen Studium erworbene Wissen. Abgeschlossen wird mit der Masterarbeit. Es gibt sowohl konsekutive Masterstudiengänge, die direkt an ein Bachelorstudium anschließen, als auch weiterbildende. Weiterbildende Masterstudiengänge setzen meist mindestens ein Jahr Berufspraxis nach dem grundständigen Studium voraus. In der Regel sind sie kostenpflichtig.

Kritik der Studierenden – Reaktionen von Politik und Hochschulen

Zum Wintersemester 2010/11 schrieben sich laut Angabe der HRK über drei Viertel der Studienanfänger (77 Prozent) für ein Studium in einem Bachelor- oder Masterstudiengang ein. Doch dass noch nicht alles ganz rund läuft in den neuen Studiengängen, machten Studierendenproteste deutlich, die ihren Höhepunkt Ende des Jahres 2009 fanden.

Bachelor- und Masterstudierende beklagten dabei vor allem ein hohes Arbeitspensum, zu viele Prüfungen, zu wenig Raum für Auslandssemester oder Nebenjobs sowie nicht genügend Betreuung. Die Studentenwerke, die beim Deutschen Studentenwerk (DSW) zusammengefasst sind, konstatierten, dass die Zahl der Ratsuchenden in den Beratungsstellen der Studentenwerke seit dem Jahr 2000 stark gestiegen sei. Häufige Themen seien Lern- und Arbeitsstörungen, Leistungsprobleme, Arbeitsorganisation sowie Zeitmanagement und Studienfinanzierung. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sieht mehrere Gründe für den starken Anstieg der Beratungsnachfrage, schließt eines aber definitiv aus: „Der Bachelor macht nicht per se krank oder depressiv.“ Das DWS weist jedoch darauf hin, dass die Bachelorstudiengänge den Zeit-, Leistungs- und Finanzierungsdruck auf die Studierenden erhöht haben.

Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) reagierten auf die Proteste der Studierenden und verständigten sich auf gemeinsame Leitlinien. Die Kultusministerkonferenz legt den Lehrstätten Nachbesserungen in folgenden Punkten ans Herz: Die Hochschulen werden aufgefordert, die Prüfungsbelastung zu reduzieren, indem beispielsweise nur noch eine Prüfung pro Modul durchgeführt wird oder Module statt mit einer Note einfach als ‚bestanden‘ absolviert werden können. Auch ist angestoßen worden, teilweise die Ergebnisse der Module der ersten Semester weniger zu gewichten, um den Leistungsdruck beim Studienstart zu mindern.

Und Dr. Peter A. Zervakis von der HRK berichtet, dass zum Beispiel durch ‚Mobilitätsfenster’ in Bachelorstudiengängen Auslandsaufenthalte oder Praktika im In- und Ausland erleichtert werden. „Studienleistungen werden zudem nach Vorabsprachen zwischen Lehrenden und Studierenden sowie der Gasthochschule leichter anerkannt.“ Die Hochschulen vertiefen auch ihre europäischen Partnerschaften, um gemeinsam attraktive grenzüberschreitende Studiengänge entwickeln zu können. Die Hochschulen sollen zudem die erlaubte Bandbreite der Regelstudienzeit besser nutzen. Je nach inhaltlicher Ausrichtung des Studiengangs kann diese nicht nur sechs, sondern auch sieben oder acht Semester im Bachelor betragen. Zur Regelstudienzeit hat Dr. Zervakis auch eine Anmerkung an die Studierenden: „Oftmals wird heute versucht, ein Studium in der Regelstudienzeit durchzuziehen. Das ist klasse, aber dabei wird übersehen, dass man gegebenenfalls auch ein oder zwei studienbeitragsfreie Urlaubssemester im Studium beantragen kann, um zum Beispiel ein längeres Betriebspraktikum oder einen Auslandsaufenthalt zu machen, falls dies nicht schon im Studienplan vorgesehen ist.“

Übrigens: Bei geringen Elterneinkommen kann auch ein Anspruch auf Förderung nach dem BAföG bestehen. So kann bis zu einem Jahr auch ohne Urlaubssemester und ohne Anrechnung auf die Förderungshöchstdauer im Ausland ein Teil des Studiums oder ein vorgeschriebenes Praktikum verbracht und dafür BAföG-Förderung bezogen werden. In jedem Fall empfiehlt es sich, rechtzeitig vorher mit dem zuständigen Amt für Auslandsausbildungsförderung Kontakt aufzunehmen, da oft auch förderungsberechtigt ist, wer im Inland nicht gefördert werden kann.

Studierende in der Aula der Freien Universität Berlin.
Foto: Sonja Trabandt

Und was sagen die Studierenden zu den angestoßenen Veränderungen bei Bachelor und Master? Patrik Köhler (25), Student der Betriebswirtschaftlehre an der Hochschule Ansbach meint: „Grundsätzlich finde ich die internationale Ausrichtung von Bachelor und Master jetzt gut umgesetzt.“ Kristina Kopp (22), die an der Hochschule Ansbach den Bachelorstudiengang Ressortjournalismus studiert, meint: „Ich finde es klasse, dass es durch die verschiedenen Masterstudienangebote viele Möglichkeiten gibt, sich im Studium zu spezialisieren.“ Moritz Schröder (22) studiert Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine Meinung: „Ich habe von vielen anderen Studierenden gehört, dass die Demonstrationen Wirkung gezeigt haben, und dass sich im Studium sehr wohl bereits einiges zum Guten verändert hat. Unklar bleibt bei mir allerdings, ob der Bachelor wirklich in jedem Fall beim Berufseinstieg akzeptiert wird.“

Arbeitsmarktchancen: Das sagen Personalverantwortliche

Wie es mit der Akzeptanz des Bachelor in der Wirtschaft aussieht, das zeigt - zumindest formal - die Erklärung „Bachelor Welcome“, die nach den Jahren 2004, 2006 und 2008 am 21. Oktober 2010 zum vierten Male unterzeichnet wurde, diesmal von 43 namhaften deutschen Unternehmen.

Die unterzeichnenden Personalvorstände bekräftigen ihren Willen, Bachelor und Master uneingeschränkt zu unterstützen und bei Personalbesetzungen gleichwertig zu behandeln. studienwahl.de hat bei drei dieser Unternehmen nachgefragt, was das konkret für die Einstellungschancen bedeutet.

Commerzbank:

„Bachelor- und Masterabsolventen haben bei der Commerzbank beide sehr gute Anstellungschancen. Unsere Traineeprogramme sind als Einstiegsprogramm sowohl für Bachelor- als auch für Masterabsolventen offen“, so Bea Heymen, Leitung Nachwuchs Beratung Nord der Commerzbank. „Die Programme dauern zwölf bis 18 Monate. In dieser Zeit wird sichergestellt, dass jeder seinen persönlichen Bedürfnissen und Vorkenntnissen entsprechend auf die Übernahme der Zielfunktion vorbereitet wird. Bachelorabsolventen werden in der gleichen Tarifgruppe eingestuft wie Master – bzw. Diplomabsolventen. Lediglich die Anrechung der Studienzeit auf die Berufsjahre wird unterschiedlich verrechnet, so dass das Einstiegsgehalt von Bachelorabsolventen etwas geringer ausfällt.“

Unilever:

Merlin Koene, Director Communications, Unilever Deutschland, Österreich und Schweiz: „Bachelorabsolventen und -absolventinnen bietet Unilever die gleichen Einstiegsmöglichkeiten an wie Masterabsolventen und –absolventinnen: Sie können sich für einen Direkteinstieg oder für das Traineeprogramm bei Unilever bewerben. Die Auswahlkriterien für das Traineeprogramm gelten für Bachelor- gleichermaßen wie für Master- und Diplomabsolventen und -absolventinnen. Hierzu zählen u.a. praktische Erfahrungen, ein zügiges Studium, Auslandserfahrungen und außeruniversitären Engagement.“

SAP:

„Für einen Einstieg bei SAP sind sowohl Bachelor als auch Master herzlich willkommen“, so Christine Keiner, Head of Diversity Recruting bei SAP. „Der erlangte Studienabschluss bildet jedoch nur einen Teil des Anforderungsprofils, denn die Erwartungen an Bewerber sind immer abhängig von der konkreten Einstiegsposition. Wichtig sind neben fachlichen Kompetenzen beispielsweise ausgeprägte analytische Fähigkeiten, eigenverantwortliches Denken und Handeln sowie Teamorientierung. Außerdem legen wir Wert auf interkulturelle Erfahrung und Sprachkompetenz. Darum empfehlen wir Bachelors, während des Studiums Praxis- und Auslandserfahrung zu sammeln – auch wenn dies gemäß Studienplan nicht vorgesehen ist.“

Weitere Informationen:

Bologna-Prozess und Weiterentwicklung:

Hintergrund zum Bologna-Prozess:
http://www.kmk.org/wissenschaft-hochschule/internationale-hochschulangelegenheiten/
bologna-prozess.html

PDF der HRK zum Nachlesen:
Die Studienreform nach Leuven: Ergebnisse und Perspektiven 2010:
http://www.hrk.de/bologna/de/download/dateien/Jahrestagung_2009_2seitig_internet.pdf

Mehr zum Projekt nexus (HRK):
http://www.hrk.de/de/presse/95_5705.php
http://www.hrk-bologna.de/bologna/de/index.php

 

Bachelor und Masterstudium

Informationen zur gestuften Struktur:
Bachelor & Master im Überblick

Tipps für Studienstarter: http://www.abi.de/studium/studienpraxis_campus/studienorganisation_hochschule/bologna-checkliste06094.htm

Bachelor – Vorurteile widerlegt:
http://www.abi.de/studium/studienpraxis_campus/studentisches_leben/bachelor-vorurteile05537.htm

Video: Meinungen von Bachelor-Studierenden:
http://abi.de/video.htm?id=29

Informationen rund um das Staatsexamen:
http://wiki.bildungsserver.de/index.php?title=Staatsexamen

 

Der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt:

Stifterverband: Erklärung „Bachelor Welcome 2010“ zum Lesen:
http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/hochschule_und_wirtschaft/
bachelor_welcome/bachelor_welcome_erklaerung_2010_wortlaut.pdf

Stand: 16.12.2010

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