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Polizei der Länder

Ausbildung

Voraussetzungen:

Bewerber/innen, die mindestens die Fachhochschulreife (bzw. einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand) besitzen, werden in fast allen Ländern unmittelbar in den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst oder die vergleichbare Laufbahn/Einstiegsebene eingestellt (Bund und Länder haben zum Teil unterschiedliche Laufbahnsysteme). Wo dies nicht der Fall ist, kann der Aufstieg in den gehobenen Dienst über die Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst erfolgen.

Polizei-/Kriminalkommissare/-innen sind in den Ländern, in denen noch mittlerer Dienst existiert, Vorgesetzte der ihnen unterstellten Beamten/-innen und üben somit Führungsfunktionen aus. In einigen Ländern besteht für Bewerber/innen mit mittlerer Reife oder Fachschulreife die Möglichkeit, in ein oder zwei Jahren eine Fachoberschule oder höhere Berufsfachschule zu absolvieren und danach mit der Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst zu beginnen.

Für die Einstellung gelten bundeseinheitlich besondere gesundheitliche Anforderungen. Weitere Einstellungsvoraussetzungen (z.B. Höchstalter, Mindestgröße usw.) sind in den landesrechtlichen Bestimmungen unterschiedlich geregelt.

Mitunter ist der Zugang zur Kriminalpolizei nur über eine verkürzte schutzpolizeiliche Ausbildung möglich. Der unmittelbare Einstieg in die Kriminalpolizei der Länder wird teilweise von dem Interesse der Behörde am vorherigen Beruf der Bewerber/innen mitbestimmt. Hessen bietet einen separaten Studiengang Kriminalpolizei an.

Ausbildungsdauer: 6-semestriges Studium an einer Fachhochschule oder Polizeiakademie bzw. 3 bis 4½ Jahre bei der Bereitschaftspolizei oder an einer Landespolizeischule. Einige Länder bieten für Spitzensportler/innen Ausbildungs-/Studiengänge bei der Polizei an.

Inhalt: Das Studium erfolgt an einer Fachhochschule oder Polizeiakademie, in das Praktika bei Polizeidienststellen integriert sind; teilweise beginnt die Ausbildung noch mit einer zeitlich nicht genau begrenzten Vorbereitungszeit, an die sich ein 6-monatiger Anwärterlehrgang an einer Landespolizeischule anschließt. Es werden u.a. gelehrt: Staats-, Verfassungs-, Verwaltungs-, Polizei-, Straf- und Prozessrecht, Strafneben- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Bürgerliches Recht, Führungs- und Einsatzlehre, Verkehrslehre, Kriminalistik, Kriminologie, Psychologie, Soziologie, Sport, praktische Eigensicherung und Schießen sowie Staatsbürgerkunde (Politologie), Wirtschaftswissenschaften.

Der Laufbahnlehrgang schließt mit der Prüfung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst bzw. für die vergleichbare Laufbahn / Einstiegsebene und der Diplomierung ab.

In Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen erfolgt die Ausbildung im Rahmen eines Bachelorstudienganges; im Saarland wird die Umstellung auf den Bachelorstudiengang derzeit vorbereitet.

 

Berufsmöglichkeiten

In den Ländern, in denen die "zweigeteilte Laufbahn" realisiert wurde (gehobener und höherer Dienst), werden die ausgebildeten Polizeikommissare/-innen bzw. Kriminalkommissare/-innen für Aufgaben im Funkstreifen-, Bezirks- und Ermittlungsdienst eingesetzt oder als Einsatzbeamten/-innen bei der Bereitschaftspolizei verwendet.

Daneben besteht in einigen Ländern eine "dreigeteilte Laufbahn" (mittlerer, gehobener und höherer Dienst). Hier werden bei der Schutzpolizei ausgebildete Polizeibeamten/-innen z.B. als Stellvertreter/innen der Zugführer/innen, als Zug- und Hundertschaftsführer/innen in der Bereitschaftspolizei oder als Sachbearbeiter/innen in deren Stäben tätig. Im Einzeldienst können sie u.a. als Schichtführer/in, Wach- und Einsatzleiter/in, Stationsleiter/in, Revierleiter/in, Leiter/in von Spezialeinheiten oder als Fachlehrer/in an Polizeischulen eingesetzt werden.

In den Einstiegsfunktionen nehmen sie Aufgaben im Ermittlungs-, Bezirks- und Funkstreifendienst wahr. Polizeibeamten/-innen als Leiter/in der Verkehrsüberwachung (Autobahnstationen), des Fernmelde- oder Kraftfahrzeugdienstes oder als Einsatzleiter/in für die allgemeine Polizei haben v.a. verwaltende und organisatorische Aufgaben zu erfüllen.

Die Aufgaben der Kriminalpolizei sind insbesondere die Aufklärung strafbarer Handlungen, die Untersuchung von Unglücksfällen, Bränden, Selbsttötungs- und Vermisstenfällen sowie die Verbrechensvorbeugung. Kriminalbeamten/-innen im gehobenen Dienst sind vornehmlich Sachbearbeiter/innen, aber auch Leiter/innen von Kommissariaten, Sonderkommissionen oder kleineren Kriminalpolizeidienststellen. Kriminalbeamten/-innen im gehobenen Dienst können ebenfalls mit Lehraufgaben betraut werden.

I.d.R. werden Männer und Frauen auf die gleiche Weise eingesetzt. Berufserfahrene Polizei-/Kriminalbeamten/-innen können sich auch um einen Einsatz als Trainer/innen oder Berater/innen in internationalen Polizeimissionen bewerben.

Polizei-/Kriminalkommissare/-innen sind Vorgesetzte der ihnen unterstellten Beamten/-innen und üben somit Führungsfunktionen aus. Daneben haben sie verwaltende und organisatorische Aufgaben zu erfüllen. Die Beförderung zum/zur Polizei-/Kriminaloberkommissar/in und weiter bis zum/zur Ersten Polizei-/Kriminalhauptkommissar/in erfolgt nach den jeweiligen laufbahnrechtlichen Bestimmungen.

Aufstiegsmöglichkeiten

Bei Bewährung können Beamten/-innen des gehobenen Dienstes in die Laufbahn des höheren Dienstes aufsteigen. Nach entsprechender Auswahl ist eine Ausbildung von zwei Jahren im Master-Studiengang "Öffentliche Verwaltung - Polizeimanagement" erforderlich. Das erste Studienjahr wird in den Ländern durchgeführt. Im zweiten Studienjahr erfolgt die Ausbildung an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.


Weitere Informationen

Offizielle Seite der deutschen Polizei
Mit Links zu allen Landespolizeien und Infos über Ausbildung, Voraussetzungen, Einstellungs- und Bewerbungstermine sowie die Kontaktdaten der Einstellungsbehörden und Einstellungsberater/innen.
www.polizei.de

Polizeifachhochschulen.de
Gemeinsame Informationsangebote der Fachhochschulen und Fachbereiche Polizei des Bundes und der Länder:
www.polizeifachhochschulen.de

Länderinformationen
Informationen über die Ausbildung, Voraussetzungen, Einstellungs- und Bewerbungstermine sowie die Kontaktdaten der Einstellungsbehörden und Einstellungsberater finden Sie auf den folgenden Internetseiten: