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Voraussetzungen für ein Studium

In diesem Kapitel werden folgende Fragen beantwortet: Mit welcher Hochschulzugangsberechtigung können Sie an welchen Hochschultypen studieren? Was müssen Sie außerdem noch mitbringen? Welche Zugangsmöglichkeiten ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung gibt es?

Mit welcher Hochschulzugangsberechtigung
kann ich an welchen Hochschularten studieren?

  • Mit der allgemeinen Hochschulreife oder einer als gleichwertig anerkannten Vorbildung stehen Ihnen grundsätzlich alle Studiengänge an deutschen Hochschulen offen. Mit einer fachgebundenen Hochschulreife können Sie die Fächer der im Zeugnis vermerkten Fachrichtung (z.B. Sozialwesen, Technik, Wirtschaft) an allen Hochschulen studieren. Die allgemeine oder eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung ist grundsätzlich auch für das lehramtsbezogene Studium an einer Kunst- oder Musikhochschule erforderlich.
  • Mit der Fachhochschulreife oder einer als gleichwertig anerkannten Vorbildung können Sie an einer Fachhochschule oder in einen entsprechenden Studiengang an einer anderen Hochschule aufgenommen werden. Je nach Studiengang müssen Studieninteressierte teilweise zusätzliche Nachweise einer praktischen Vorbildung erbringen, z.B. in Form eines Praktikums oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Auskünfte erteilen die Zulassungsstellen der Hochschulen.
    In einigen Ländern (z.B. Hamburg, Hessen, Niedersachsen sowie Brandenburg mit Novellierung) können Studieninteressierte mit Fachhochschulreife unter bestimmten Umständen auch ein Studium in einem Bachelorstudiengang an einer Universität aufnehmen.

Bitte beachten Sie, dass es Hochschulzugangsberechtigungen gibt, die nur in bestimmten Bundesländern gültig sind. Die Gültigkeit ist i.d.R. jedoch auf dem Schulabschlusszeugnis vermerkt.

Von der Fachhochschule zur Universität

Für den Übergang von der Fachhochschule an die Universität gibt es in den Ländern unterschiedliche Regelungen. Mit dem Abschluss einer Fachhochschule erwirbt man i.d.R. eine der allgemeinen Hochschulreife entsprechende Qualifikation. Ein Wechsel im Verlauf des Studiums von der Fachhochschule in einen gleichen oder eng verwandten universitären Studiengang ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, teilweise (so in Bayern) mit erreichten 60 ECTS-Leistungspunkten innerhalb der ersten zwei Fachsemester möglich.

Sofern die spezifischen Zugangsvoraussetzungen des Masterstudiums erfüllt werden, kann nach Abschluss eines Bachelorstudiums an einer Fachhochschule die Ausbildung auch in einem universitären Masterstudium fortgesetzt werden. Masterabschlüsse, die an Fachhochschulen erworben wurden, berechtigen grundsätzlich zur Promotion an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen.

Hochschulzugang beruflich Qualifizierter

In allen Bundesländern gibt es inzwischen besondere Bestimmungen, nach denen beruflich qualifizierte Personen eine allgemeine oder fachgebundene Studienberechtigung erhalten können. Grundlage ist ein Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) von März 2009, nach dem beruflich Qualifizierten ein Hochschulzugang nach bundesweit einheitlichen Kriterien ermöglicht werden soll:

  • Personen mit Meisterprüfung nach der Handwerksordnung (HWO), Personen mit einem mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassenden Fortbildungsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz (z.B. Fachwirte/-innen) oder der HWO, mit Fachschulabschluss (z.B. Techniker/-innen) sowie Inhaber/-innen vergleichbarer Qualifikationen haben demnach eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung für das Studium aller Fächer an allen Hochschulen.

  • Berufstätige mit mindestens zweijähriger Ausbildung und dreijähriger Berufspraxis erhalten eine fachgebundene Studienberechtigung, wenn sie ein Eignungsfeststellungsverfahren (z.B. Studieneignungsprüfung bzw. Eingangsprüfung) oder - je nach Bundesland - ein mindestens einjähriges Probestudium erfolgreich absolviert haben. Das angestrebte Studienfach muss hierbei der bisherigen beruflichen Fachrichtung entsprechen.

Die Länder können darüber hinaus den Hochschulzugang weiter öffnen. Der KMK-Beschluss gilt nicht unmittelbar, sondern bedarf der Umsetzung in das jeweilige Landesrecht. Erkundigen Sie sich am besten direkt bei der Hochschule Ihrer Wahl nach den Möglichkeiten und Bedingungen.

Hochschulreife nachholen

Eine weitere Möglichkeit des Erwerbs einer Hochschulzugangsberechtigung bietet sich durch das Nachholen eines entsprechenden Schulabschlusses. Umgangssprachlich ist die Rede vom „Zweiten Bildungsweg“.

Dazu gibt es ausführliche Informationen in der Online-Broschüre „Weiter durch Bildung“ der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de, geben Sie in der Suche „Weiter durch Bildung“ ein) und beim Deutschen Bildungsserver (www.bildungsserver.de, geben Sie in der Suche „Zweiter Bildungsweg“ ein).

Ausländische Bildungsnachweise

Studieninteressierte mit ausländischen Bildungsnachweisen erfüllen grundsätzlich die Qualifikationsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland, wenn deren Bildungsnachweise ein Hochschulstudium im Herkunftsland der Zeugnisse ermöglichen und sie den Bewertungsvorschlägen der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz (KMK), veröffentlicht in der Datenbank www.anabin.de, entsprechen. Darüber hinaus müssen die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache nachgewiesen werden.

Über die Anerkennung der Bildungsnachweise entscheidet im Rahmen von Zulassungsverfahren i.d.R. die Hochschule, an der das Studium aufgenommen werden soll. Die Anerkennung ist dabei auf den angestrebten Studiengang begrenzt, d.h. bei einem Studiengangwechsel ist eine erneute Entscheidung erforderlich. Die Länder können für die Bewertung ausländischer Bildungsnachweise eine zentrale Zeugnisanerkennungsstelle in ihrem Land einrichten. Bewertungen zentraler Zeugnisanerkennungsstellen gelten bundesweit. Unter www.anabin.de finden Sie Anschriften aller Zeugnisanerkennungsstellen. Für knapp 130 deutsche Hochschulen führt www.uni-assist.de im Auftrag der jeweiligen Hochschule das Vorprüfungsverfahren durch.

Für Bewerber/-innen in den Studiengängen Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie mit ausländischen Schulabschlüssen stellt "hochschulstart.de", die Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund, im Rahmen des Bewerbungsverfahrens die Hochschulzugangsberechtigung für den angestrebten Studiengang fest. Das ist der Fall bei Bewerbern/-innen mit der Staatsangehörigkeit eines EU-Landes, Islands, Liechtensteins oder Norwegens bzw. bei Ausländern, die eine Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben. Auch deutsche Staatsangehörige, die einen Schulabschluss im Ausland erworben haben, wenden sich an „hochschulstart.de“. Die Entscheidungen der Hochschulen, der Zeugnisanerkennungsstellen und von "hochschulstart.de" werden gegenseitig anerkannt.

Ist nach den Bewertungsvorschlägen kein direkter Hochschulzugang möglich, müssen die Bewerber/-innen vor Aufnahme des Studiums eine so genannte "Feststellungsprüfung" bestehen, der i.d.R. eine Vorbereitung am Studienkolleg vorausgeht. Soweit die Bewertungsvorschläge keine Einstufung enthalten, entscheiden die nach Landesrecht zuständigen Stellen.

Was muss ich außerdem noch mitbringen?

Deutschkenntnisse

Wer an einer deutschen Hochschule studieren möchte, muss ausreichende Deutschkenntnisse besitzen. Eine Ausnahme bilden "International Degree Programmes", die zumindest in den Anfangssemestern in englischer Sprache angeboten werden. Deutschkenntnisse können mit Prüfungen und Tests im Heimatland oder in Deutschland nachgewiesen werden. Über Sprachkurse und -prüfungen finden Sie Hinweise auf den Internetseiten des Goethe-Instituts (www.goethe.de) sowie auf der Website www.sprachnachweis.de. Umfassend informiert Sie auch der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD (www.daad.de).

Eignungsprüfung

Insbesondere für das Kunst-, Design-, Innenarchitektur-, Musik- oder Sportstudium ist i.d.R. eine entsprechende Eignung nachzuweisen. Dies geschieht je nach Studiengang z.B. durch Vorlage einer Arbeitsmappe mit eigenen künstlerisch-gestalterischen Arbeiten, durch Vorspiel auf dem Haupt- und Nebeninstrument oder z.B. durch eine sportliche Leistungs- bzw. Eignungsprüfung.

Im Rahmen hochschulinterner Auswahlverfahren werden auch für andere Studiengänge zunehmend Eignungsfeststellungsverfahren durchgeführt, die die fachspezifische Studierfähigkeit oder z.B. Fremdsprachenkenntnisse testen. Hierbei sind landesspezifische Regelungen möglich und zu beachten.

Wird eine besondere bzw. überragende künstlerische Begabung und eine für das Studium hinreichende Allgemeinbildung nachgewiesen, so kann die Zulassung zu bestimmten künstlerischen, gestalterischen oder musischen Studiengängen auch ohne den Nachweis einer Hochschulreife erfolgen.

Tipp: Da solche Eignungstests oft vor dem Beginn der allgemeinen Bewerbungsfristen durchgeführt werden, sollten Sie die konkreten Informationen über Termine, Bewerbungsunterlagen und ähnliches mindestens ein Jahr vor dem beabsichtigten Studienbeginn einholen.

Fremdsprachenkenntnisse

Für einige Fächer schreiben die Prüfungsordnungen verbindlich Fremdsprachenkenntnisse vor, die entweder schon zu Studienbeginn vorhanden sein müssen oder während des Studiums nachzuholen sind. Ob und welche Fremdsprachenkenntnisse für Ihr Wunschstudium erforderlich sind, erfahren Sie bei der Studienberatung der betreffenden Hochschule. Aber auch wenn Fremdsprachen nicht vorgeschrieben sind, sind sie in vielen Fällen für den Studienerfolg und die späteren Beschäftigungschancen von Bedeutung. Die meisten Hochschulen bieten ein breit gefächertes Angebot an Sprachkursen mit Zertifikat/Teilnahmebescheinigung an.

Alte Philologien: In einigen Studiengängen gehören Lateinkenntnisse zu den Zulassungsvoraussetzungen (v.a. in geisteswissenschaftlichen Fächern, wie Germanistik, Philosophie oder Geschichte, und den Lehramtsstudiengängen). Auch wenn Lateinkenntnisse nicht immer zwingend zum Zeitpunkt der Studienaufnahme vorzuweisen sind, so können diese dennoch im Rahmen des Fachstudiums unerlässlich sein. Bei den gestuften Lehramtsstudiengängen werden i.d.R. für den Bachelorabschluss (Bachelor of Education) noch keine Lateinkenntnisse vorausgesetzt, sie sind dann jedoch in einigen Bundesländern für den Abschluss Master of Education nachzuweisen. Ob, wann und in welchem Umfang Lateinkenntnisse gefordert werden, hängt von den einzelnen Studiengängen und Hochschulen ab. Erkundigen Sie sich am besten bei den Prüfungsämtern bzw. Fachbereichen der Hochschulen oder Studienberatungsstellen.

Für das Studium der Theologie sind i.d.R. zusätzlich das Graecum und das Hebraicum vorgeschrieben.

Neuere Philologien: Die Hochschulen können die Zulassung zu einem neuphilologischen Fach (z.B. Anglistik, Romanistik) vom Ergebnis eines Sprachtests abhängig machen. Der oft computerbasierte Test ist häufig an der Hochschule abzulegen, kann aber in vielen Fällen durch anerkannte Sprachzertifikate wie den TOEFL (Test of English as a Foreign Language) bzw. das DELF (Diplôme d'Etudes en Langue Française) ersetzt werden. Ferner können Einstufungstests zu Beginn des Semesters obligatorisch sein, die eine Grundlage für die Studienberatung darstellen und der leistungsbezogenen Auswahl der Lehrveranstaltungen dienen.

Vorkurse und Praktika vor Studienbeginn

Zur Ergänzung und Auffrischung von Schulkenntnissen, z.B. in Mathematik oder Fremdsprachen, bieten einige Hochschulen sogenannte Vor(semester)kurse an. Über aktuelle Kursangebote können Sie sich bei den Hochschulen informieren.

Für Bewerber/-innen aus dem Ausland gibt es z.T. umfassende propädeutische Angebote, die im Semester vor der Studienaufnahme durchgeführt werden.

Für etliche Studiengänge muss ein Praktikum vor Studienbeginn absolviert werden. Insbesondere an Fachhochschulen wird oft vor der Aufnahme des Studiums ein sogenanntes Vorpraktikum von eineinhalb bis zwölf Monaten Dauer verlangt. Eine einschlägige fachpraktische Ausbildung oder entsprechende Tätigkeiten in einem Freiwilligendienst können unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise auf die nachzuweisenden Praktikumszeiten angerechnet werden. Die Dauer des Vorpraktikums ist je nach Fachrichtung und Hochschule verschieden und auch von der schulischen Vorbildung der Studienbewerber/-innen abhängig. Daher sollten Sie sich frühzeitig bei Ihrer zukünftigen Hochschule über die jeweiligen Bestimmungen informieren – z.B. auch über die Möglichkeit, das Vorpraktikum aus besonderen Gründen nach Studienbeginn in den Semesterferien abzuleisten. Ausnahmeregelungen gibt es ferner für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen.

Hinweis: Ein Praktikum vor Studienbeginn kann auch ohne Vorschrift sinnvoll sein. So können Sie Ihre Motivation und Eignung für das geplante Studium und die spätere Berufstätigkeit überprüfen. Bei der Suche nach Praktikumsstellen sind z.B. die Praktikumsämter der Hochschulen behilflich, es gibt zudem viele Praktikumsbörsen im Internet. Eine Auswahl von Angeboten finden Sie unter www.studienwahl.de.


Hinweis

Da Vorkurse oft vor dem Versand der Zulassungsbescheide durch hochschulstart.de bzw. die Hochschule beginnen, sollten Sie sich dafür auch auf die Gefahr hin anmelden, dass Sie einen Studienplatz an einer anderen Hochschule erhalten.


Weitere Informationen

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
bietet auch die Möglichkeit, nach Praktikumsstellen zu suchen:
www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Praktikumsbörse von studienwahl.de
www.studienwahl.de