Orientieren! > Studium oder Ausbildung?
Drucken Versenden bei Facebook empfehlen bei Twitter empfehlen bei MySpace empfehlen
Studium oder Ausbildung - Welcher Weg ist der richtige?

Mit dem Abitur stehen Ihnen alle Wege offen. Dieser Abschnitt möchte Ihnen einige Entscheidungshilfen zur Unterstützung mit an die Hand geben.

Für ein Hochschulstudium spricht:

  • Bestimmte berufliche Ziele lassen sich nur über ein Studium erreichen (z.B. Arzt/Ärztin, Anwalt/Anwältin oder Lehrer/in).
  • Für gehobene berufliche Positionen wird häufig ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt.
  • Akademiker haben in vielen Bereichen ein geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko als Angehörige anderer Qualifikationsgruppen.
  • Ein Studium bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Interessen zu befriedigen und intellektuelle Fähigkeiten für ein breites Berufsspektrum zu entwickeln.
  • I.d.R. verdient man im Laufe eines Lebens mit einem Studienabschluss mehr.

Für eine berufliche Ausbildung spricht:

  • Eine Berufsausbildung kommt all denen entgegen, die sich zunächst mehr für praktisch-organisatorische Tätigkeiten interessieren oder geeignet fühlen.
  • Eine betriebliche Ausbildung schafft im Zusammenhang mit einer Aufstiegsfortbildung (z.B. zum/zur Meister/in, Techniker/in) eine gute Grundlage für eine selbstständige Unternehmensführung sowie für den Aufstieg zur Führungskraft im Handwerk und in anderen Wirtschaftsbereichen.
  • Eine Ausbildung in Betrieb und Berufsschule oder an einer Berufsfachschule kann auch als Vorbereitung oder zur Orientierung für ein anschließendes Studium hilfreich sein.
  • Während einer betrieblichen Ausbildung bekommt man bereits eine Ausbildungsvergütung gezahlt.

Wichtige Fragen

Studium:

Falls Sie ein Studium anstreben, sollten Sie vorher folgende Fragen klären:

  • Welche Studienangebote gibt es und wo kann ich sie studieren (siehe "Studienfelder", "Öffentlicher Dienst" und "Duales Studium")
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen den einzelnen Hochschularten?
    (siehe "Hochschularten")
  • Entspricht der gewählte Studiengang meiner Begabung, meinen eigenen Fähigkeiten und Interessen, und welche Voraussetzungen habe ich in der Schule durch Schwerpunktfächer erworben?
  • Wie lange dauert das Studium, wie ist es aufgebaut und strukturiert?
    (siehe "Studienorganisation")
  • Reichen meine in der Schule erworbenen Vorkenntnisse, z.B. in Mathematik oder Fremdsprachen, für das gewählte Studienfach aus? Bietet die Hochschule ggf. Vorkurse zur gezielten Studienvorbereitung an? (siehe "Zugangsvoraussetzungen")
  • Welche Spezialisierungsmöglichkeiten im Studium habe ich? (siehe "Studienfelder")
  • Welche Abschlüsse gibt es und in welchen Berufen kann ich danach arbeiten?
    (siehe "Studienabschlüsse" und "Studienfelder")
  • Sind praxisverzahnte duale Studiengänge evtl. eine Alternative für mich?
    (siehe "Duales Studium")
  • Bestehen besondere Zugangs- und Einschreibungsvoraussetzungen?
    (siehe "Zugangsvoraussetzungen")
  • Welche Bewerbungstermine und Einschreibefristen muss ich beachten?
    (siehe "Zulassungsbeschränkungen")
  • Welche Kosten kommen auf mich zu, und wie finanziere ich das Ganze?
    (siehe "Wohnen und Finanzierung")

Für Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten sind zusätzlich noch folgende Punkte wichtig:

  • Mit welchen speziellen Anforderungen bin ich durch die typische Arbeitsweise in meinem Studienfach konfrontiert und wie kann ich diese bewältigen, z.B. Arbeiten im Labor, Praktika u.Ä.?
  • Sind aufgrund persönlicher gesundheitlicher Einschränkungen besondere Hilfen notwendig und werden diese angeboten?
  • Gibt es ggf. technisch-apparative Vorkehrungen für Sinnesbehinderte, z.B. Lesegeräte, Mikroport-Anlagen, behindertengerechte Computer-/Bibliotheksarbeitsplätze?
  • Sind die in Erwägung gezogenen Hochschulen so angelegt, dass die Einrichtungen z.B. über Rampen, Aufzüge oder entsprechende Türen auch mit dem Rollstuhl erreichbar sind?
  • Gibt es ein ausreichendes Angebot an rollstuhlgerechten Wohnmöglichkeiten?

Berufliche Ausbildung:

Falls Sie eine berufliche Ausbildung anstreben (siehe "Berufsausbildung"), sollten Sie die Antworten auf die folgenden Fragen recherchieren:

  • Wo ist die geplante Ausbildung möglich?
  • Wie viele Ausbildungsplätze stehen dort zur Verfügung und wie hoch ist erfahrungsgemäß die Anzahl der Bewerbungen?
  • Welche Bewerbungstermine muss ich beachten?
  • Nach welchen Kriterien (z.B. Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center) erfolgt die Auswahl, und wie kann ich mich darauf vorbereiten?
  • Wie ist die Ausbildung gegliedert und aufgebaut? Ist eine Verkürzung möglich?
  • Welche Institution ist für die Überwachung der jeweiligen Ausbildung zuständig und kann mich entsprechend beraten (z.B. Industrie- und Handelskammer, Handwerks-, Landwirtschaftskammer oder auch Schulbehörden)?
  • Besteht die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen zu erwerben oder Teile der Ausbildung im Ausland zu absolvieren?
  • Wie hoch ist die während der Ausbildung gezahlte Vergütung?
  • Welche Förderungsmöglichkeiten bestehen?
  • Welche Berufs- und Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich?
  • Habe ich Chancen, mich später selbstständig zu machen?

Für Auszubildende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten sind die baulichen Gegebenheiten und die apparative Ausstattung der künftigen Ausbildungsstätte von gleicher Bedeutung wie für die Studierenden.

Darüber hinaus sind noch folgende Punkte wichtig:

  • Sind Arbeits-, Werk- und Labortische höhenverstellbar?
  • Gibt es neben den rollstuhlgerechten Toiletten auch rollstuhlbefahrbare Waschgelegenheiten, gegebenenfalls mit Handhalterungen und -stützen?
  • Gibt es Möglichkeiten für zusätzliche elektrische Installationen, z.B. eine Steckdose, um ein Beatmungsgerät oder ein Ladegerät für den Rollstuhl anschließen zu können?

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt Ausbildungsplatzsuchende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten beispielsweise durch:

  • Vermittlung eines betrieblichen Ausbildungsplatzes oder Praktikums,
  • Vermittlung eines Ausbildungsplatzes in einem Berufsbildungswerk (BBW), sofern die Teilnahme aufgrund von Art und Schwere der Behinderung oder zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben unerlässlich ist,
  • eine Berufsfindung oder eine Arbeitserprobung, um zu klären, welche Berufe infrage kommen (Berufsfindung) oder wie die konkreten Bedingungen an einem bestimmten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz aussehen (Arbeitserprobung),
  • eine blindentechnische oder vergleichbare spezielle Grundausbildung. Hierbei werden Fertigkeiten (z.B. das Erlernen von Blindenschrift) vermittelt.

Hinweis

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft Ihnen bei der Suche nach einem für Sie geeigneten Studien- oder Ausbildungsplatz. Hier finden Sie Kontaktadressen.