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Entscheidungsvorbereitung

Es gibt tatsächlich Menschen, die wissen schon in der Grundschule, dass sie später einmal Lehrer/-in, Arzt/Ärztin oder "Naturforscher/-in" werden wollen, und halten an diesem Plan eisern fest. Die allermeisten aber sind erst einmal ratlos, wenn der Schulabschluss in greifbare Nähe rückt. Die Frage "Was soll ich werden?" ist für sie alles andere als einfach zu beantworten.

Die Anzahl der möglichen Studiengänge ist groß und wächst ständig - und daneben gibt es allein rund 350 betriebliche und eine fast gleich große Anzahl schulischer Ausbildungen.

Viele Berufe lassen sich auf verschiedenen Wegen erreichen. So kann z.B. für eine Managementposition im Gesundheitswesen …

  • ein betriebswirtschaftliches Studium an einer Universität
    (ggf. mit entsprechender Schwerpunktsetzung),
  • ein praxisbezogenes Fachhochschulstudium
    in Gesundheitsmanagement / Gesundheitsökonomie
  • oder eine betriebliche Ausbildung
    zum/r Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen

… eine Grundlage bieten.

Umgekehrt kann aber auch ein und dieselbe Ausbildung zu verschiedenen Berufen führen, wie z.B. das Studium der Rechtswissenschaft zum Beruf des/der

  • Richters/Richterin,
  • Staatsanwalts/Staatsanwältin,
  • Rechtsanwalts/Rechtsanwältin,
  • Notars/Notarin,
  • Verwaltungsjuristen/-in,
  • Wirtschaftsjuristen/-in.

Für manche Studiengänge kann auch eine vorangegangene berufliche Ausbildung in einem verwandten Gebiet von Vorteil sein.

Ein umfassender Prozess

Wie Sie sich auch entscheiden, versuchen Sie in Ihrem Entscheidungsprozess das Für und Wider der Alternativen möglichst realistisch abzuwägen. So gerne man es auch hätte: Die Frage nach dem passenden Studium klärt sich meist nicht in ein, zwei Tagen. In diesem Prozess sind viele Aspekte zu berücksichtigen - und das benötigt Zeit, die Sie sich nehmen sollten. Kurzfristig und überhastet getroffene Entscheidungen haben dabei selten Bestand.

Spätestens in der vorletzten Klasse sollte deshalb eine intensivere Beschäftigung mit den folgenden Fragen geschehen:

  • Was interessiert mich?
  • Wo liegen meine Stärken – und was kann ich nicht so gut?
  • Wie stelle ich mir meine berufliche Zukunft vor?
  • Welche Ausbildungswege gibt es dafür?
  • Falls sich der Weg zum Traumberuf nicht verwirklichen lässt:
    Welche Alternativen existieren dazu?

Außerdem sollten Sie folgende Schritte auf Ihre To-do-Liste setzen:

  • Dem Berufsinformationszentrum (BiZ) Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit einen Besuch abstatten.
  • Tage der Offenen Tür an Hochschulen und in Ausbildungsbetrieben nutzen.
  • Einen Termin bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit bzw. bei der Studienberatung an einer Hochschule vereinbaren oder die Sprechstunde besuchen.
  • Sich um eine Stelle für ein Ferienpraktikum im späteren Berufsfeld bewerben.
  • Kontakt zu möglichen Hochschulen aufnehmen und Infos über Zulassungsvoraussetzungen, evtl. Aufnahmeprüfungen und Bewerbungstermine beschaffen.
  • Persönlichen Fahrplan mit allen Schritten und Terminen für die Zeit bis zum Studienbeginn aufstellen und schriftlich festhalten.

Packen Sie es an!

Auch wenn Sie auf diese Weise vieles klarer sehen, so werden doch immer wieder neue Fragen auftauchen, denen Sie nachgehen müssen. Eine gewisse Unsicherheit und vielleicht sogar Zweifel an der getroffenen Entscheidung werden möglicherweise nie ganz auszuräumen sein. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen – das Gefühl kennen die meisten Studienanfänger/-innen. Und sollte sich trotz bester Vorbereitung nach ein oder zwei Semestern herausstellen, dass das gewählte Studienfach nicht den eigenen Erwartungen entspricht, dann besteht meist noch die Möglichkeit eines Studienfachwechsels.


Hinweis

Wenn Sie bei der Studienwahl oder bei Problemen im Studium selbst nicht mehr weiterkommen, dann zögern Sie nicht, den professionellen Service der Berater/-innen in den Agenturen für Arbeit oder den Beratungsstellen der Hochschulen und der Studentenwerke in Anspruch zu nehmen. Hinweise dazu finden Sie unter „Wer hilft weiter?