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Chancen einschätzen

Die allgemeinen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt lassen zwar den Schluss zu, dass sich ein Studium lohnt, für die individuelle Ausbildungs- und Berufsentscheidung bieten sie allerdings nur eine begrenzte Hilfestellung.

Dafür ist das Arbeitsmarktgeschehen viel zu komplex und wandelbar. Auch sind die Wünsche und Voraussetzungen der einzelnen Personen, die vor der Berufswahl stehen, zu unterschiedlich, als dass es möglich wäre, auf diese Vielfalt eine einzige passende Antwort zu finden. Viele Fragen, die sich bei der Studien- und Berufswahl stellen, können nicht generell beantwortet werden. Auch werden nicht alle Fragen für jede(n) Einzelne(n) und für jeden Beruf die gleiche Bedeutung haben.

Zu einigen dieser Fragen aber bietet "Studien- & Berufswahl" erste Informationen, z.B.:

  • Welches Spektrum an Berufen und Tätigkeitsfeldern steht mir aufgrund meiner beabsichtigten Ausbildung offen? (siehe Studienfelder und Berufsausbildung)
  • Inwieweit gibt es Übergangsmöglichkeiten in andere Berufe, falls die Beschäftigungssituation sich verschlechtern sollte oder wenn mir die Tätigkeit nicht mehr zusagt? Wie viele der bisherigen Kenntnisse können bei einem Berufswechsel verwertet werden?
  • Inwieweit ist auch eine berufliche Selbstständigkeit möglich?
  • Wie ist der berufliche und soziale Status einzuschätzen?
  • Wie war die Arbeitsmarktlage bei bestimmten Studienfächern in der Vergangenheit, wie ist sie gegenwärtig?
  • Haben konjunkturelle Einflüsse oder Planungen und Entscheidungen der öffentlichen Hand für bestimmte Berufe besondere Bedeutung?
  • Wie ist die Altersstruktur der Erwerbstätigen mit einer bestimmten Ausbildung? Sind z.B. ältere Jahrgänge besonders stark vertreten, sodass mit ihrem zeitnahen Ausscheiden und somit mit einem erhöhten Ersatzbedarf zu rechnen ist?
  • Inwieweit gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?
  • Mit welcher Konkurrenz aus anderen Bereichen ist zu rechnen (Schlagwort "Substitution": gleiche Arbeitsplätze können mit Absolventen unterschiedlicher Ausbildungsabschlüsse besetzt werden)?
  • Können weiterführende Studienangebote (z.B. Masterstudiengänge) oder der Erwerb von Zusatzqualifikationen dem beruflichen Fortkommen nützen?

Tipps zur Arbeitsmarktorientierung

Jede Berufswahl und Ausbildungsentscheidung birgt Unsicherheit in Bezug auf die Beschäftigungschancen. Diese Unsicherheit lässt sich mildern, indem man sich zügig breite und solide Grundlagen in seinem Studienfach aneignet, im Rahmen von Praktika berufliche Erfahrungen sammelt und dabei evtl. entscheidende Kontakte knüpft sowie bereits während des Studiums fachübergreifende Fähigkeiten erwirbt.

Hinzukommen sollten realistische Status- und Einkommenserwartungen sowie eine möglichst große regionale und berufliche Mobilität, bis hin zur Bereitschaft zur beruflichen Umorientierung. Eine solche Einstellung und Vorgehensweise trägt, neben Spezialkenntnissen, oft zu einer Erhöhung der Beschäftigungschancen bei.